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Projekte und Bau

Multiprojektplanung im Anlagenbau: gemeinsame Teams, Montagebuchten und Prüfstand

In welcher Reihenfolge arbeiten die gemeinsamen Teams, die beiden Montagebuchten und der Prüfstand an acht Kundenprojekten, und wo lohnt sich ein größeres Team oder ein Unterauftrag, damit Werks- und Vor-Ort-Abnahmen ihre Vertragstermine halten, Vertragsstrafen gering bleiben und das Geld früh kommt?

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Ziehen zum Drehen, Scrollen oder Zwei-Finger-Geste zum Zoomen. Der Plan darunter läuft mit; Balken zeigen Details beim Überfahren.

Die Planungsfrage

Ein fiktiver mittelständischer Anlagenbauer baut Verpackungslinien, Prozessmodule und Förderanlagen für seine Kunden. Anfang November laufen sieben Projekte, manche schon in der Montage; ein achter, dringender Auftrag kommt im Februar hinzu. Jedes Projekt durchläuft Mechanik- und Elektrokonstruktion, SPS-Software, Einkauf mit Langläufern, Schweißen, Schaltschrankbau und Montage in einer von zwei Werkstattbuchten, die Werksabnahme (FAT) auf dem einzigen Prüfstand, Transport, Montage vor Ort, Inbetriebnahme und die Abnahme beim Kunden (SAT).

Dieselben Konstrukteure, Schweißer, Monteure, Elektriker, Baustellenmonteure und Inbetriebnehmer arbeiten an allen Projekten. Wird jedes Projekt für sich geplant, kommen sie sich in die Quere: Die Buchten laufen voll, der Prüfstand wird zum Engpass, und die späten Projekte zahlen Vertragsstrafen. Am 7. Dezember meldet ein Lieferant die Roboterzelle einer Linie fünf Wochen später, und am 15. Februar kommt der neue Auftrag.

So planen wir

Das Modell plant alle Projekte gemeinsam in Arbeitstagen. Es legt die Priorität jedes offenen Arbeitspakets fest und wählt, wo es sich lohnt, ein größeres Team oder einen Unterauftrag; daraus folgen der Beginn jedes Schritts, die Belegung der Buchten und des Prüfstands und die Termine von FAT, SAT und Meilensteinzahlungen. Der Plan beginnt eine Montage erst, wenn die Teile da sind, damit keine Bucht von einer wartenden Maschine belegt ist. Nach dem Lieferverzug und dem neuen Auftrag entsteht der Plan vom Stand an diesem Tag neu und verschiebt so wenig wie möglich.

Verglichen wird mit der üblichen Praxis: jedes Projekt für sich mit eigenem Team geplant, gemeinsame Ressourcen nach Auftragsdatum, wer zuerst kommt, und nach jedem Ereignis neu ausgeglichen. Beide decken dieselben neun Monate mit denselben Ereignissen ab. Mit der üblichen Praxis sind 8 von 16 Vertragsmeilensteinen pünktlich, die SATs zusammen 201 Tage zu spät und die Vertragsstrafen rund 237.000 €. Mit dem Plan sind 14 Meilensteine pünktlich, die SATs zusammen 19 Tage zu spät und die Strafen rund 28.000 €, bei rund 49.000 € für Unteraufträge und Mehraufwand. Unternehmen, Kunden, Personal, Dauern, Preise und Sätze sind Annahmen.

Was der Plan zeigt

KennzahlOptimierter PlanVergleich: Reihenfolge des Eingangs, eigene Teams
Meilensteine pünktlich14 / 16 +68 / 16
Vertragsstrafen28 k€ −209237 k€
SAT-Verzug gesamt19 Tage −182201 Tage
Zahlungseingang bis 31. März4,4 M€ +0,14,3 M€
Unteraufträge und Mehraufwand49 k€ +490 k€
Strafen, Kulanz und Mehrkosten89 k€ −256345 k€
Montagebuchten belegt30 % −3161 %
Prüfstand in Nutzung20 % +614 %

Entscheidungen

  • die Priorität aller offenen Arbeitspakete aller Projekte und damit der Beginn jedes Konstruktions-, Werkstatt-, Prüf- und Baustellenschritts
  • je Arbeitspaket: eigenes Team, ein größeres Team oder ein Unterauftrag (Ingenieurbüro, Lohnschweißerei, Schaltschrankbauer, Monteur vor Ort)
  • nach einem Lieferverzug oder einem neuen Auftrag: ein neuer Plan vom Stand an diesem Tag; begonnene Arbeit bleibt

Randbedingungen

  • Abfolge mit Überlappung: Konstruktion vor Einkauf und Schweißen, Langläufer und Schaltschrank vor der Montage, Software vor der FAT, Transport vor der Montage vor Ort
  • Personal je Team und Arbeitstag mit Urlaub und Betriebsruhe über Weihnachten; eine Bucht ist vom Montagebeginn bis zur FAT belegt; ein Prüfstand
  • Lieferzeiten von Langläufern und Normteilen, Transporttage, Termine, ab denen die Baustellen der Kunden bereit sind

Ziel

niedrigste Kosten in Euro: Vertragsstrafen (0,5 % je volle Woche SAT-Verzug, höchstens 5 %), Kulanzkosten je verspätetem Tag, Zinsen auf Meilensteinzahlungen gegenüber den Vertragsterminen, Unteraufträge und Mehraufwand, und beim Umplanen wenige verschobene Arbeitspakete

Fragen

Warum bezahlt der Plan Unteraufträge?

Weil eine Woche SAT-Verzug mehr kostet als der Mehraufwand. Der Plan kauft Kapazität dort, wo sie einen Engpass löst, etwa wenn mehrere Projekte in denselben Wochen dasselbe Team brauchen, und lässt es, wo das eigene Team rechtzeitig ist.

Was passiert, wenn ein neuer Auftrag kommt?

Er geht mit seinen Vertragsterminen in den Plan. Der Plan entsteht vom Stand an diesem Tag neu: Begonnene Arbeit bleibt, und einen Baustellentermin beim Kunden zu verschieben zählt dreimal so viel wie andere Änderungen.

Woher kämen die Daten?

Projekte, Arbeitspakete und Termine aus dem Projektsystem oder ERP, Bestellungen und Lieferzeiten aus dem Einkauf, Personal und Urlaub aus der Personalplanung. Der Plan geht als Termine je Arbeitspaket und als Auslastung je Team zurück.

Der erste Schritt

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