Regalplanung für einen Supermarkt

Welche Produkte kommen in welches Regal und auf welche Höhe, und wo steht die Non-Food-Aktionsware dieser Woche, damit der Markt mehr verkauft, ohne den schnellen Einkauf zu bremsen oder die Gänge zu verstopfen?

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Ziehen zum Drehen, Scrollen oder Zwei-Finger-Geste zum Zoomen. Der Plan darunter läuft mit; Balken zeigen Details beim Überfahren. Plan berechnet mit einem Timefold-Modell.

Die Planungsfrage

Ein Supermarkt mit rund 1.300 m², Trockensortiment in Regalen, Kühlwänden, Tiefkühltruhen, Obst- und Gemüsetischen und drei Kassen. Jeden Montag und Donnerstag kommt neue Aktionsware (Garten, Küchengeräte, Kinderbekleidung), und am Donnerstagmorgen warten die Aktionsjäger schon zur Öffnung vor der Tür. Über den Tag kommen rund 1.400 Kunden, vom schnellen Mittagseinkauf mit fünf Artikeln bis zum Wocheneinkauf der Familie mit vierzig. Wo ein Produkt steht, entscheidet, wer daran vorbeikommt, auf welcher Höhe es gesehen wird und wie lang der Weg zur Kasse ist.

So planen wir

Drei Verfahren greifen ineinander.

Warenkorbanalyse: Mittels FP-Growth, einer Alternative zum Apriori-Algorithmus mit nur zwei Durchläufen über die Kassenbons, wird ermittelt, welche Produkte oft zusammen gekauft werden. Bier und Windeln ist das Lehrbuchbeispiel; die simulierten Kassenbons dieses Markts ergeben 29 solcher Paare. Bei ergänzenden Produkten verkürzt das Modell den Weg zwischen ihnen: Ketchup und Bratwürste rücken von 16 auf 7 Meter zusammen, Konfitüre und Toastbrot von 11 auf 7, Bier und Chips von 26 auf 15. Für zwei häufige Zielartikel kann das Modell auch Abstand belohnen, damit der Kunde mehr vom Laden durchquert. Das betrifft hier Hackfleisch und Nudeln, der Plan verschiebt sie aber kaum: Die Fleischtheke ist fest eingebaut, und die Nudeln bleiben bei den Pastasoßen, die 184 Kunden am Tag mit ihnen kaufen.

Regalplatzoptimierung als Rucksackproblem (Knapsack): Die physische Regalfläche ist begrenzt und bildet die Kapazität des Rucksacks. Das Modell entscheidet, wie viele Regalfächer jede Warengruppe bekommt (ein Fach ist ein 1,25 m breiter Abschnitt einer Regalebene), und maximiert den Deckungsbeitrag unter den physikalischen Dimensionen der Produktverpackungen. Aus Breite, Tiefe und Höhe der Verpackung ergibt sich, wie viele Packungen in ein Fach passen. Nachgefüllt wird zur Öffnung und einmal mittags, eine Warengruppe verkauft also höchstens zweimal ihren Regalbestand pro Tag. Ist die Nachfrage höher, bleibt das Regal bis zum nächsten Nachfüllen leer und der Verkauf geht verloren.

Platzierung: Das Timefold-Modell plant Regalfächer, Regalebenen und Aktionsplätze in einem Lauf und wägt Deckungsbeitrag gegen Laufwege, Andrang und den Aufwand des Umräumens ab. Regalfrequenz und Kassenbons stammen aus den Kunden eines Donnerstags, simuliert aus fünf Einkaufsprofilen. Dieselben Kunden laufen durch beide Layouts, der Vergleich ist damit direkt.

Was der Plan zeigt

KennzahlOptimierter PlanVergleich: aktuelles Layout (Marktskizze)
Umsatz pro Tag52.443 € +2.98649.457 €
Umsatzverlust durch leere Regale484 € −372856 €
Impulskäufe5.246 € +9894.257 €
Aktionsware (Non-Food)7.280 € +1.6265.654 €
schneller Einkauf, Zeit im Markt5,5 min5,5 min
Wocheneinkauf, Zeit im Markt20,2 min20,2 min
Minuten mit vollen Gängen54 min −2175 min
umgeräumte Fächer263 +2630

Entscheidungen

  • wie viele Regalfächer jede der 93 Warengruppen bekommt (Regalfläche als Rucksackproblem; ein Fach ist ein 1,25 m breiter Abschnitt einer Regalebene)
  • Regal und Ebene (Bück-, Griff-, Sicht-, Reckzone) für jedes Fach
  • Platz für jede Platzierung der 9 Non-Food-Aktionsthemen der Woche

Randbedingungen

  • die Regalfläche ist begrenzt: jedes Fach belegt, Verpackungen müssen in Breite, Tiefe und Höhe passen
  • nachgefüllt wird zur Öffnung und einmal mittags
  • Kühl-, Tiefkühl- und Obstmöbel bleiben, wo sie sind
  • Schweres (Wasser, Bierkästen, Waschmittel, Tierfutter) nicht über Griffhöhe
  • keine Reinigungsmittel über Lebensmitteln
  • Warengruppen und Abteilungen bleiben zusammen

Ziel

mehr Deckungsbeitrag: keine leeren Regale, Impulskäufe in Sichthöhe und auf den belebten Wegen, kurze Wege für schnelle Einkäufe, weniger volle Gänge zur Stoßzeit und an der neuen Aktionsware, mit wenig Umräumen

Fragen

Woher kommen die Kundendaten?

Hier aus Einkaufsprofilen mit Annahmen (Anteile, Korbgrößen, Ankunftszeiten, typische Kombikäufe). Im Projekt nutzen wir Kassenbons, Frequenzzähler und die Planogrammdaten des Marktes.

Warum nicht alle Bons auswerten?

Große Wocheneinkäufe enthalten fast alles, dann wirken auch seltene Produkte verwandt. Die Regeln werden deshalb auf Einkaufsmissionen gesucht (Körbe bis 16 Artikel). Dort sagt gemeinsamer Kauf etwas aus.

Wird der ganze Markt umgebaut?

Nein. Umräumen kostet Arbeit, deshalb zählt jede umgeräumte Platzierung gegen den Plan; Kühl- und Tiefkühlmöbel bleiben stehen. Das Modell lässt sich auch auf eine Abteilung oder einen Aktionswechsel begrenzen.

Geht das für mehrere Filialen?

Ja. Jede Filiale hat ihr eigenes Layout und ihre eigenen Kunden; das Modell rechnet je Filiale, zum Beispiel vor jeder Aktionswoche.

Weitere Anwendungsfälle

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