Filialbelieferung aus dem Verteilzentrum mit Elektro-Lkw

Welcher Lkw übernimmt welche Filialaufträge, in welcher Reihenfolge und in wie vielen Touren, damit jeder Markt Trocken-, Kühl- und TK-Ware im Lieferfenster bekommt, jede Ladung passt und die E-Lkw nie unter ihre Reserve fallen?

LebensmitteleinzelhandelGroßhandelKontraktlogistikGetränkelogistik

Ziehen dreht, Ziehen mit rechter Maustaste oder mit Umschalttaste verschiebt die Karte, Scrollen oder Zwei-Finger-Geste zoomt. Der Plan darunter läuft mit; Balken zeigen Details beim Überfahren. Plan berechnet mit einem Timefold-Modell.

Die Planungsfrage

Ein regionales Verteilzentrum mit einer Halle für das Trockensortiment und einer für Frische und Tiefkühlware beliefert an einem Tag 28 Supermärkte. Jeder Markt bestellt Paletten und Rollcontainer in bis zu drei Temperaturzonen und gibt sein Leergut zurück; er nimmt Ware nur im Lieferfenster an, Innenstadtmärkte nicht vor 06:00, manche nur mit Fahrzeugen bis 12 Meter oder mit Ladebordwand, weil es keine Rampe gibt. Die Flotte hat elf Lkw: Diesel- und Elektro-Sattelzüge mit 33 Palettenplätzen, Motorwagen mit 18, einige mit Mehrkammer-Kühlaufliegern und verschiebbaren Trennwänden. Ein E-Lkw verbraucht mehr mit schwerer Ladung, auf der Autobahn und mit laufendem Kühlaggregat, seine Reichweite hängt also von der Tour ab. Heute werden die Touren nach Sektoren geschnitten, Trocken- und Frischware fahren getrennt, und E-Lkw bekommen nur kurze Touren.

So planen wir

Das Timefold-Modell plant den Tag jedes Lkw als eine Liste: Auftragsteile und Rückkehr ins Verteilzentrum, die den Tag in Touren teilt. Bei jeder Änderung wird der ganze Tag simuliert: Fahrzeiten auf dem echten Straßennetz, Warten auf Lieferfenster, Lenkpausen, Entladen und der Ladeplan jeder Tour, von vorn befüllt, sodass die Paletten des ersten Stopps an den Türen stehen. Aus der Restladung nach jedem Stopp berechnet das Modell den Energiebedarf der nächsten Etappe; geladen wird während der Beladung im Verteilzentrum, an Märkten mit Ladepunkt oder in einem längeren Ladestopp, wenn Strom günstig ist. Verglichen wird mit der heutigen Disposition, berechnet mit derselben Simulation: Sektortouren, Trocken und Frische getrennt, Diesel zuerst, E-Lkw nur auf Touren, die höchstens den halben Akku brauchen.

Was der Plan zeigt

KennzahlOptimierter PlanVergleich: Sektortouren, Trocken und Frische getrennt, Diesel zuerst
Paletten auf eigenen Lkw433 / 433433 / 433
eingesetzte Lkw8 / 11 −311 / 11
Lkw-Kilometer1.609 km −1.1252.734 km
Kilometer elektrisch73 % +3340 %
CO₂ (Well-to-Wheel)0,9 t −0,91,8 t
Kosten des Tages4.132 € −2.8687.000 €
Anlieferungen an Märkten35 −2661

Entscheidungen

  • Lkw und Tour je Auftragsteil (Trocken, Kühl, TK)
  • Stoppreihenfolge jeder Tour und damit die Beladereihenfolge (letzter Stopp zuerst geladen)
  • welche Touren elektrisch fahren, wie viele Touren je Lkw
  • wo und wann E-Lkw laden: beim Nachladen im Verteilzentrum, ein längerer Ladestopp zu günstigen Stunden, an Märkten mit Lkw-Ladepunkt

Randbedingungen

  • Lieferfenster der Märkte, Grenzen für frühe Anlieferung in Innenstädten
  • Palettenplätze inklusive zurückgenommenem Leergut, Zuladung
  • Temperaturzonen nur auf Lkw mit diesen Kammern, bis zu drei hinter verschiebbaren Trennwänden
  • Zufahrt der Märkte: maximale Fahrzeuglänge, Rampe oder Ladebordwand
  • Fahrer: höchstens 10 Stunden, 45 Minuten Pause nach 4,5 Stunden Lenkzeit
  • Akku nie unter 15 % Reserve; Verbrauch aus Zuladung, Straßentyp und Kühlaggregat; Ladepunkte im Verteilzentrum und ihre Leistung

Ziel

jeder Auftrag auf eigenen Lkw, wenige Lkw und Kilometer, niedrige Kosten für Fahrer, Strom nach Tageszeit, Diesel, Maut und CO₂, möglichst eine Anlieferung je Markt

Fragen

Woher kommen die Daten?

Straßen und Marktstandorte sind echt (OpenStreetMap); Verteilzentrum, Aufträge, Flotte und Preise sind erzeugt und plausibel. Im Projekt kommen die Aufträge aus ERP oder WMS, Flotte und Ladedaten aus Telematik und Ladesystem.

Wird der Ladeplan wirklich geprüft?

Ja. Jede Tour bekommt einen Ladeplan in Reihen zu drei Europaletten: Kammern von vorn nach hinten, der letzte Stopp zuerst geladen, Getränkepaletten nie gestapelt. Zurückgenommenes Leergut braucht Platz.

Wie wird die Reichweite eines E-Lkw abgebildet?

Der Verbrauch je Kilometer steigt mit der Zuladung, mit Autobahntempo und im Stop-and-go; das Kühlaggregat zieht Strom aus dem Akku, solange Kühl- oder TK-Ware an Bord ist. Das Modell kennt die Ladekurve, die Ladepunkte im Verteilzentrum und die Preise nach Tageszeit und lässt den Akku nie unter die Reserve fallen.

Kann es im Tagesverlauf neu planen?

Ja. Touren, die schon unterwegs sind, bleiben fest; Nachbestellungen, ein ausgefallener Lkw oder ein defekter Ladepunkt werden umplant.

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