Die neuen GEIG-Pflichten auf einem Supermarkt-Parkplatz umsetzen
Welche Stellplätze bekommen einen Ladepunkt, eine Vorverkabelung oder Leitungsinfrastruktur, damit der Markt das GEIG ab 1. Januar 2027 mit den geringsten Kosten erfüllt und im Netzanschluss bleibt?
Ziehen zum Drehen, Scrollen oder Zwei-Finger-Geste zum Zoomen. Der Plan darunter läuft mit; Balken zeigen Details beim Überfahren. Plan berechnet mit einem Timefold-Modell.
Die Planungsfrage
Ein fiktiver Supermarkt hat 90 Stellplätze: 4 barrierefreie und 4 Familienstellplätze am Eingang, 10 Mitarbeiterstellplätze hinter dem Markt. Die Hauptverteilung liegt im Technikraum. Der Netzanschluss hat 250 kVA, der Markt selbst braucht in der Spitze rund 150 kW für Kühlung, Licht, Lüftung und die Backöfen.
Was ab 1. Januar 2027 gilt: Das novellierte Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) erfasst bestehende Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen. Der Eigentümer wählt eine von zwei Optionen. Option A: ein Ladepunkt für jeden zehnten Stellplatz, hier 9. Option B: Leitungsinfrastruktur, also Leerrohre und Kabelwege für spätere Ladepunkte, an der Hälfte der Stellplätze, getrennt gezählt für barrierefreie und übrige Stellplätze, hier 2 von 4 und 43 von 86. Für Neubauten und größere Renovierungen gelten strengere Regeln. Vorhaben mit Bauantrag bis 31. Dezember 2026 fallen noch unter die bisherigen Regeln.
Quelle: ElektroMobilität NRW, 31. Juli 2026, zum Gesetz vom 23. Juli 2026. Maßgeblich ist der Gesetzestext. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
So planen wir
Das Timefold-Modell wählt die Ausstattung jedes Stellplatzes und den Zielwert des Lastmanagements. Bei jeder Änderung berechnet es das Grabennetz entlang der Reihen und die Kosten je Meter Graben, Leerrohr und Kabel und spielt einen Samstag durch: rund 800 Pkw-Besuche, 33 Kunden und 3 Mitarbeitende, die laden wollen, jeweils mit Parkdauer, Energiebedarf und maximalem Fußweg. Kurze Besuche nutzen nur einen Schnelllader. Das Lastmanagement verteilt alle 5 Minuten die Leistung, die der Markt frei lässt.
Verglichen wird mit dem Erstangebot des Elektrikers, berechnet mit demselben Code: 9 Wallboxen mit 11 kW in einer Reihe am günstigsten Graben, mit fester Leistungsgrenze. Preise, Ladebedarf und der spätere Ausbau sind Annahmen.
Was der Plan zeigt
| Kennzahl | Optimierter Plan | Vergleich: erstes Angebot des Elektrikers |
|---|---|---|
| Investition | 123.717 € +82.726 | 40.991 € |
| Ladepunkte | 3 −6 | 9 |
| vorverkabelte Stellplätze | 15 +15 | 0 |
| Stellplätze nur mit Leitungsinfrastruktur | 27 +27 | 0 |
| Kunden, die laden konnten | 25 / 33 +6 | 19 / 33 |
| Ladeumsatz pro Samstag | 280 € +235 | 45 € |
| Nettokosten über 8 Jahre | 17.648 € −45.355 | 63.003 € |
Entscheidungen
- je Stellplatz: nichts, Leitungsinfrastruktur, Vorverkabelung oder Ladepunkt (AC 11 kW, AC 22 kW, DC 50 kW)
- Grabenführung ab der Hauptverteilung (ein gemeinsamer Graben wird einmal bezahlt)
- Zielwert für den Netzbezug im Lastmanagement
Randbedingungen
- GEIG für ein Bestandsgebäude: Option A oder Option B
- Last des Markts plus Laden innerhalb des Netzanschlusses von 250 kVA
- Ladepunkte mit Lastmanagement (Gestaltungsentscheidung des Modells, keine gesetzliche Vorgabe)
- ein Ladepunkt auf einem barrierefreien Stellplatz am Eingang (Vorgabe des Eigentümers)
Ziel
geringste Nettokosten über 8 Jahre: Investition, Wartung, Leistungspreis und der erwartete spätere Ausbau auf 18 Ladepunkte, abzüglich Lademarge und eines Werts für jeden Fahrer, der laden konnte
Fragen
Ist das eine Rechtsberatung?
Nein. Die Regeln sind nach ElektroMobilität NRW (31. Juli 2026) zusammengefasst. Maßgeblich ist der Gesetzestext, und jeder Standort braucht eine eigene Prüfung, etwa wie Stellplätze gezählt werden und welche Frist gilt.
Warum wählt der Plan Leitungsinfrastruktur statt neun Ladepunkten?
Leitungsinfrastruktur an der Hälfte der Stellplätze erfüllt das Gesetz ebenfalls. Mit dem erwarteten späteren Ausbau ist es günstiger, die Kabelwege jetzt vorzubereiten, als zweimal zu graben. Mit anderen Preisen oder mehr E-Autos wählt das Modell Option A.
Muss jeder Ladepunkt lastgesteuert sein?
Die Zusammenfassung, auf die wir uns stützen, sagt das nicht. Das Modell setzt Lastmanagement als Gestaltungsentscheidung ein: Es hält den Markt im Netzanschluss und begrenzt den Leistungspreis.
Was gilt für Neubauten und größere Renovierungen?
Strengere Regeln: Vorverkabelung an der Hälfte der Stellplätze, Leitungsinfrastruktur an allen übrigen und ein Ladepunkt je 5 Stellplätze. Dasselbe Modell kann auch für diese Regel planen.
Weitere Anwendungsfälle
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